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Viva la Revolution… April 2, 2008

Posted by Daniel in Musik.
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oder warum kostet ein Lied eigentlich 99 Cent?

Da ich ein Anhänger selbstständiger und vorallem selbst gemachter Musik bin, bewege ich mich bevorzugt im Rock-Milieu. Und solange es DSDR (Deutschland sucht den Rockstar) noch nicht gibt, wird sich die Qualität hier hoffentlich noch eine Weile halten (und nein, Tokio Hotel und Co. zähle ich nicht als Rockmusik, da sie die 2 genannten Kriterien nicht erfüllen).

 Trotz oder gerade weil es Rockmusik in all ihren Ausprägungen schon eine Weile lang gibt, kommt es hier auch noch zu Innovationen, und derer nicht nur musikalischer Art. Als Beispiele seien hier Radiohead, mit der medial extrem gut verbreiteten Aktion “zahl doch was du willst”, Saul Williams, der aus irgendeinem Grund kaum Aufmerksamkeit bekommen hat und seit kurzem auch Nine Inch Nails genannt. Wobei ich gerade den Ansatz letzterer sehr unterstütze. Zur schnellen Erklärung was Mister Reznor treibt, das neue Album gibt es:

  • als Auschnitt umsonst
  • komplett in diversen Formaten (MP3, FLAC..) für 5$
  • komplett als Doppel-CD für 10$
  • komplett als Doppel-CD + Bonus-Material (DVD…) für 75$
  • komplett als Doppel-CD, Vinyl + Bonus-Material, samt Verewigung von Herrn Reznor für 300$ (leider ausverkauft)

Klingt jetzt nicht schlecht, aber auch nicht so wirklich neu und innovativ. Naja bis auf die Kleinigkeit, dass das gesamte Album unter die Creative Commons gestellt wurde. Soll heißen meine Dateien könnte ich jetzt rechtlich abgesichert unter den Massen verteilen, solange ich nicht behaupte sie wären von mir (was eh keiner glauben würde). Und das ist neu, und das ist gut. Was an der Aktion besonders gut ist, ist die Tatsache dass dieser Schritt von einem bereits international und kommerziell überaus erfolgreichen Künster gemacht wird. Es gab bereits vorher schon viele kleine Bands, die ihre Musik so verteilten ohne es das irgendein Medienecho dafür gibt. Jetzt aber wird die Sache größer, und hoffentlich für den Hörer interessanter.

Dass die Message (”ich bin Kunde und kein Sklave”) inzwischen angekommen ist, merkt man an der immer größer werdenden Menge an DRM-freier (legaler!!)Musik. Vielleicht wird aus der heutigen bösen Musikindustrie irgendwann wieder eine gute, die auch wirklich gute Musik hervorbringt.

Und bevor jetzt einer denkt “hach, ist das aber ein gesetzestreuer Bürger”, möchte ich anfügen, dass mein allgemeines Vorgehen ist:

  1. Hör rein ins Album (kauft eigentlich irgendjemand noch Singles??) und zwar egal wie (CD-Laden, Freunde, Quellen zweifelhafter Legalität (wer hat Tauschbörse gesagt?))
  2. Evaluiere (passt, oder passt nicht)
  3. Kauf das passende und lösch das nicht passende

Gute Musik sollte immer unterstützt werden, auch wenn heutzutage die böse Musikindustrie noch ihren Anteil abbekommt.

*mit dem Fuß wipp*

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