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Es ist nicht alles Gold was glänzt… 18. Mai 2008

Posted by Daniel in Job.
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oder: heute mal die dunkle Seite (Teil 1 von …)

Beim letzten Mal bin ich ja über das erste Buzzword hergefallen, was in jeder Stellenbeschreibung für Consultants und Co. zu finden ist – Flexibilität. Da klang das noch alles nach heiler Welt und beruflicher Herausforderung, was es ohne Frage auch ist. Aber flexibel zu sein, heißt auch leidensfähig sein.

Was meine ich damit? Nehmen wir als Beispiel für lokale Flexibilität meine momentane Situation, seit 2 Jahren auf einem Projekt im Ausland. Die Auswirkungen bei einem solchen Daueraufenthalt gestalten sich dann in etwa so:

  • Einschränkungen bei nahezu allen Hobbies (oder hat irgendjemand schon mal Leute mit Gitarrenkoffer montags früh in der Businessclass sitzen sehen?),
  • Einschränkungen im Privatleben (mit Freunden zum Kinodienstag gehen, den Abend mit der Freundin verbringen? )
  • Einschränkungen im Beruf (Gedankenaustausch mit Kollegen? Und jetzt sag ja keiner „es gibt ja Email“, denn wer Emails mit persönlichen Gesprächen gleichsetzt, sollte meiner Meinung nach Mal über seine Umgangsformen nachdenken. Ne, lol? )
  • Eintönigkeit (nicht -schränkung) der Abendgestaltung, soll heißen abends allein im Hotel, bzw der Hotelbar hocken ist nicht grad ausfüllend
  • … ich bin im Ausland…weit weg von Zuhause…. jeder sollte diese Liste ins Endlose weiterführen können

Flexibilität in anderen Bereichen muss man größtenteils mit seinem eigenen Gewissen (was war das noch mal für ein Wort?) vereinbaren. Zum Beispiel: morgens zusammen mit dem eigenen Team festgestellt das alles ok, grün, super, im Plan… ist und ein 13-Uhr-Meeting später kann man allen erzählen, dass diesen Samstag gearbeitet wird und die nächsten 4 Wochen Urlaubssperre ist. Man ist ja flexibel auf die Vorgaben von „oben“ eingegangen. Als Sadist bei den ersten Malen noch unterhaltsam, nutzt sich der Effekt auch hier sehr schnell ab.

Ah, „Abnutzung“, gutes Stichwort. Flexibilität führt früher oder später zu eben solcher, egal ob im körperlichen (wann war ich das letzte Mal im Sportstudio?) oder im geistigen (wann war die letzte Schulung?) Bereich. Viele Young oder Old Professionals werden sagen, sie brauchen das, ist ja auch vollkommen ok. Trotzdem wird es sie früher oder später ermüden - oder alle meine bisherigen Beobachtungen sind Ausnahmen.

Also, was haben wir heute gelernt? Flexibilität ist gut, weil man dadurch zu jeder Menge Erfahrungen kommt, wird aber böse sobald man flexibel genug wird, um sich mit den Zehen an den Ohren zu kratzen.

Die Reihe wird fortgesetzt….

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