jump to navigation

Mein kleines schwarzes Buch

Mal abgesehen von dem ganzen Marketing-Bla-Bla auf der ersten Seite treibe ich auch noch einiges Anderes. Zum Beispiel habe ich mein kleines schwarzes Buch (nicht das mit den Telefonnummern) um meine Gedanken festzuhalten. Den Sinn dieser Gedanken will ich gar nicht zur Diskussion stellen, aber zumindest die Gedanken hier hereinstellen. Also ohne Gewähr, werde ich hier ab und zu ein paar Sachen aus dem Buch reinschreiben.

Sätze:

…und ich schaue gen Morgen, das Gestern sterbend hinter mir….

…mein Geist besiegt die Materie nicht, da er den Kampf nie aufgenommen hat…


Ich sterbe meine tausend Tode allein
und verkrieche mich vor dem Gewitter.

Jeder Einschlag springt näher , sucht mich.
Die Wut scheint bitter.

Hoffnung ist mein letzter Schild, rostig
und abgenutzt, hebe ich ein letztes Mal.

Und auch ein letzter Blitz blendet und betäubt – verfehlt.
Ich überlebe, doch die Welt um mich herum ist kahl.

So ziehe ich weiter zum nächsten Hain. Bis die
nächsten Wolken den Horizont verschlingen.


Für einen Augenblick sehe ich den Horizont
Für einen Augenblick atme ich Erkenntnis
Für einen Augenblick spüre ich Wahrheit
Für einen Augenblick schmecke ich Freiheit
Für einen Augenblick rieche ich die Welt hinter all dem

Für einen Augenblick bin ich

Doch trübt der Verstand, trunken durch gewohnte Realitäten sehr schnell die erwachten Sinne.
Und so schließe ich Augen, Ohren, Nase, Mund und mich selbst wieder in das Gefängnis meines eigenen Kopfes.

„Ziehe aus und mache dir die Erde untertan“
Und wir eroberten sie ohne je zu verstehen was wir verloren.
Doch die Unterdrückung reichte nicht,
es fehlte der Beweise unserer absoluten Herrschaft

Man(n) erschuf die Poeten, die sich eifrig dran machten zu beweisen:
- dass ein Fluss nur ein Abbild unseres Lebens ist
- der Himmel nur unere Möglichkeiten wiederspiegelt
- jedes Streben einer Pflanze dem unserem nachempfunden
- jeder Wald unsere starre Haltung zueinander imitiert
- jeder Vogel durch sein Fliegen versucht unserer Freiheit nahe zu kommen
- …

Und der Triumph war vollkommen.

Die Stimmen vor dem Fenster aus meiner Welt sprechen zu mir ohne zu wissen ob ich zuhöre. Nur schwer unterscheide ich sie von den Stimmen meiner Umgebung. Beide behaupten Wahrheiten, die ich in mir nicht finden kann. Und die unsichtbare Wand zwischens uns verhindert ein gemeinsames Verständnis.

Meine Hand schreibt was ich denke, während ich sehe was geschrieben steht.
Neue Gedanken ersetzen die alten, die Hand führt Protokoll.

Regenbogenfarbene Fluten umspülen schwarze Felsen
bevor sie sich dem letzten Wasserfall übergeben.
Sie vergesssen nie, doch erinnern sich zu selten.
Schillernd atem sie den Hauch der ihnen gegeben.
Träumen von Horizonten die kein Stern je berührt hat.
Eine Biegung mehr oder eine Ewigkeit später
reicht ihnen ein Sterbender seine verdürrte Hand.
Doch gefangen im eigenen Rauschen
ignorieren sie ihn nicht, übersehen ihn schlicht.
So bleibt die gute Tat verhindert ohne eine schlechte zu fördern.
Dem Tod nachgebend
wird der Bittsteller Teil des Flusses und lebt von neuen.
Sieht nicht die goldenen Tore
doch Farben jenseits der Vorstellung,
während er die grauen Weiten bejubelt.
Nach der Verwandlung verschwindet auch der Geist,
bis nur noch Verstehen und die einzige Aufgabe übrig bleiben.
Dämme werden errichtet ohne zu sehen,
dass das Farbenspiel sie schon durchdringt
bevor die erste Schaufel angesetzt.
Und das Fließen setzt sich fort bis die Sehnsucht sie alle zusammentreibt,
sie sich allen in ihrer Zerissenheit vereinen.
Farblose Weiten entstehen,
nur durch die ängstlichsten Flecken unterbrochen
an denen die Zweifeler am dichtesten zusammenrücken.

kleine silberfarbene silben umspielen
die stilblüten der letzten woche
suchen nach dem Nektar der
ihre allwissende königin nährt
der blätterwald in seiner geduld nimmt
keine notiz vom hektischen treiben zu
seinen füßen, sondern wartet auf die
verfilmung

Meine Taten verändern nicht die Welt, nur mich.

Mein Weg ist getränkt mit dem Blut meiner Opfer und verziert mit den Messern meiner Mörder.

Kommentare»

No comments yet — be the first.